Henriette Zander (geb. Kahn) aus Mönchengladbach

17.09.1864 02.04.1943 Terezín

Henriette Zander besaß mit ihrem Mann Joseph ein Haus in Wickrath-Wanlo bei Mönchengladbach, in dem bis 1926 auch der Sohn Albert mit seiner Frau Paula und den gemeinsamen Kindern lebte. Das jüdische Ehepaar Zander hatte noch vier weitere Kinder. Henriettes Mann Joseph, der Seidenweber war, verstarb 1930. Ein paar Wochen nach dem Novemberpogrom 1938 wurde Henriette Zander gezwungen ihr Haus weit unter Wert zu verkaufen. Über den geringen Erlös konnte sie noch nicht einmal frei verfügen, er landete auf einem Sperrkonto und sie erhielt lediglich eine geringe Monatsrente von diesem Konto ausgezahlt. Anschließend musste sie in ein sog. „Judenhaus“ nach Wickrathberg bei Mönchengladbach ziehen, ihre Möbel und einen Großteil anderer persönlicher Gegenstände musste sie in dem „arisierten“ Haus zurück lassen. Im Alter von 77 Jahren wurde Henriette Zander sehr krank, doch ihrer Familie war es nicht erlaubt, sie zu sich zu holen. Stattdessen musste sie in ein weiteres sog. „Judenhaus“ zurück nach Wickrath ziehen, ehe sie am 25.7.1942 über den Düsseldorfer Schlachthof in das Ghetto Theresienstadt (heute Terezín) deportiert wurde. Dort lebte sie schwer krank noch fast ein weiteres Jahr. Am 2.4.1943 starb Henriette Zander im Ghetto von Terezín.


Literatur und Quellen:

Sherman-Zander, Hilde: Zwischen Tag und Dunkel, Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/Main 1984
Website: http://familienbuch-euregio.eu

Autor: Stefan Mühlhausen

Stammbaum