Albert Zander aus Mönchengladbach

10.07.1894 Mönchengladbach – 1942 Izbica

Albert Zander war im Ersten Weltkrieg durch einen Lungensteckschuss schwer verwundet worden. Eine Emigration kam für Albert nach der Machtübernahme der Nazis nicht in Frage. Stattdessen hegte er die Hoffnung, dass es ihm und seiner Familie wegen seines ehemaligen Fronteinsatzes besser ergehen würde als anderen jüdischen Leidensgenossen. Erst in der Pogromnacht und kurz darauf als er, um seine jüdische Kennkarte zu bekommen, ein Foto von sich mit dem Eisernen Kreuz schickte und dieses abgelehnt wurde, erkannte er, dass ihm seine Vergangenheit nicht viel nutzen würde. Auch wurde er von nicht-jüdischen Freunden zunehmend gemieden. Albert wohnte mit seiner Familie in Wickrathberg bei Mönchengladbach, direkt neben der Synagoge, und als diese beim Novemberpogrom abgebrannt wurde, war auch ihre Wohnung durch die Löscharbeiten unbewohnbar geworden. Danach fand die Familie bei Verwandten in Köln, Wanlo und Mönchengladbach Obdach. Albert musste im Bereich Tief- und Straßenbau Zwangsarbeit leisten, was ihm aufgrund seines Lungenschadens aus dem Ersten Weltkrieg große Probleme bereitete. Nachdem seine Tochter Hilde bereits am 11.12.1941 mit ihrem Mann nach Riga deportiert worden war, musste sich Albert mit seiner Frau Paula und den beiden jüngeren Kindern Herbert und Ruth am 21.4.1942 zum Schlachthof begeben. Am nächsten Tag wurden sie in das Ghetto Izbica deportiert, wo sich ihre Spur verliert.


Literatur und Quellen:

Sherman-Zander, Hilde: Zwischen Tag und Dunkel, Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/Main 1984
Website: http://familienbuch-euregio.eu

Autor: Stefan Mühlhausen

Stammbaum