Grete Cohnen (geb. Winter) aus Aldenhoven

19.03.1909 Korschenbroich – 08.08.2008 Los Angeles

Grete war die älteste Tochter des Korschenbroicher Viehhändlers Julius Winter und seiner Frau Henriette, sie hatte fünf Brüder. Im Alter von 15 Jahren starb ihre Mutter, weshalb Grete viel im Haushalt helfen musste (auch wenn der Vater bald erneut heiratete). Nach ihrer Schulzeit arbeitete sie als Haushaltshilfe bei der Familie Cohnen in Aldenhoven. Dort lernte sie Alfred kennen, den sie im Februar 1939 heiratete. Zwei ihrer Brüder hatten Deutschland bereits verlassen und auch Grete und Alfred wollten emigrieren, doch es war zu spät. Grete wurde am 11.12.1941 vom Düsseldorfer Schlachthof in das Ghetto Riga deportiert, gemeinsam Alfred, drei Brüdern, ihrer Schwägerin Hilde und ihren Eltern. Kurt überlebte das Ghetto nicht, die Familie wurde 1944 auseinandergerissen, als die Deutschen das Ghetto auflösten und die Insassen in andere KZs verschleppten. Grete wurde am 1.3.1945 durch die Rettungsaktion des Grafen Folke Bernadotte aus dem Arbeitserziehungslager Nordmark befreit und nach Schweden gebracht. Hier traf sie nach einigen Monaten auch ihren Mann wieder, der das KZ Bergen Belsen überlebt hatte. Nach einigen Jahren in Schweden, wo auch ihre Tochter Ruth geboren wurde, emigrierten sie nach Sosúa in die Dominkanische Republik, zu Alfreds Bruder Paul und seine Mutter. Nach dem Tod ihres Mannes zog Grete zu ihrer Tochter und ihren Enkeln nach Los Angeles/USA, wo sie 2008 starb.


Literatur und Quellen:

Sherman Hilde: Zwischen Tag und Dunkel, Mädchenjahre im Ghetto. Frankfurt am Main 1984.
Familien-Website: http://www.sosuamuseum.org/private-museum-2/private/alfredo-cohnen-and-grete-winter-cohnen/
Interview mit Grete Cohnen, geb. Winter am 31.01.1996 in Kalifornien/USA (USC Shoah Foundation Institute testimony: http://collections.ushmm.org/search/catalog/vha11683; Auszug: https://www.youtube.com/watch?v=NFqPUTTTYtA)

Autor: Joachim Schröder

Stammbaum