Eugen Cohen (später: Clifton) aus Düsseldorf

27.04.1895 Düsseldorf 19.07.1978

Eugen Cohen nahm wie seine beiden Brüder als Soldat am Ersten Weltkrieg teil und stieg dann als Gesellschafter in das traditionsreiche elterliche Geschäft für Häute, Därme und Fleischereieinrichtungen „I. & I. Cohen“ in der Rather Straße 56/58 ein. Er war mit Lotte Rosenthal verheiratet, mit der er einen Sohn hatte. Während des Novemberpogroms 1938 wurde die Wohnung der Familie in der Grunerstraße 28 vollkommen zerstört, Eugen erlitt einen Herzinfarkt. Ein mutiger Arzt nahm ihn im Krankenhaus auf, so dass er der Verhaftung und Einweisung in das KZ Dachau entging. Kurz darauf gelang es der Familie, nach Großbritannien zu emigrieren. Eugen unterstützte die Auswanderung seiner Nichte Margot, konnte aber seinem Bruder und seiner Schwägerin nicht mehr helfen. Die Ausreise wurde wegen des ausgebrochenen Krieges immer komplizierter, auch waren nach der „Arisierung“ des Geschäfts und den Kosten der eigenen Ausreise kaum noch Mittel übrig. So musste er ohnmächtig erleben, wie beide am 27.10.1941 in das Ghetto „Litzmannstadt“ deportiert wurden, von wo sie nicht mehr zurückkehrten.


Literatur und Quellen:

Jakobs, Hildegard u.a.: Im Getto von Litzmannstadt (Łódź). 1.003 Biographien der am 27. Oktober 1941 aus Düsseldorf Deportierten (CD-Rom), Essen 2011
Janatsch, Annette: Warum konnten Arthur und Änne Cohen nicht gerettet werden? Rekonstruktion in Briefen und Dokumenten, in: Augenblick. Berichte, Informationen und Dokumente der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Nr. 34 (2007), S. 28-29
Website Familie Cohen/Goldberg (www.goldbergcohenfamily.info/familygermany.html)

Autor: Joachim Schröder

Stammbaum