Heinz Samuel aus Krefeld

13.03.1920 Krefeld – Sydney

Heinz Samuel wuchs in einer jüdischen Familie in Hüls bei Krefeld auf, wo sein Vater eine Metzgerei betrieb. Seine Geschwister und er wurden nach 1933 mit Übergriffen von HJ-Angehörigen konfrontiert – den Radsportverein mussten Werner und Heinz verlassen. Dafür gingen sie zur Sportabteilung des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten in Krefeld und begannen, Boxen zu lernen. Zugleich machte er eine Lehre als Installateur. Nach dem Novemberpogrom 1938 verschleppte die Polizei Heinz, Werner und seinen Vater für drei Monate in das KZ Dachau. Die anschließend geplante Auswanderung nach Trinidad scheiterte – nur die ältere Schwester Hilde hatte das Land verlassen können. Im Dezember 1941 wurde Heinz mit seiner Familie über den Düsseldorfer Schlachthof in das Ghetto Riga deportiert. Im Gegensatz zu seinen Eltern und der Schwester Helga überlebten Werner und Heinz sowohl das Ghetto Riga wie auch ihre Verschleppung in weitere Arbeitslager und die Todesmärsche kurz vor Kriegsende. Nach kurzem Aufenthalt in Schweden emigrierten sie nach Australien. Heinz gründete eine eigene Familie und wurde ein erfolgreicher Geschäftsmann.


Literatur und Quellen:

Gerichtsentscheidung des LG Hamburg vom 2.8.1977, in: Justiz und NS-Verbrechen Band XLII, Nr. 843
Mellen, Werner: Juden in Krefeld-Hüls. Gegen das Vergessen (mit einem Beitrag von Ingrid Schupetta über die Deportation nach Riga am 11.12.1941), Krefeld 2003
Samuel, Heinz: Kurzer Bericht von unserem Leidensweg, in: Hülser Heimatblätter, Ostern 1988, Heft 35, S. 311-316. (Berichte über seine Erlebnisse im Ghetto Riga)
Samuel, Heinz: in: Short report on our sufferings (June 1945), in: Jewish Survivors Report. Documents of Nazi Guilt, August 1945 (online: http://www.gelsenzentrum.de/Riga_Report_Rosenthal_Voosen_Samuel.pdf)
Interview Werner Samuel (Maroubra/Australien, 08.05.1995): http://collections.ushmm.org/search/catalog/vha2546

Autor: Joachim Schröder

Stammbaum