Paula Zander (geb. Wiesenfelder) aus Mönchengladbach

07.10.1891 Eiterfeld – 1942 Izbica

Paula Zander lebte bis 1926 mit ihrem Mann Albert und ihren beiden Kindern Hilde und Herbert im Haus ihrer Schwiegereltern in Wickrath-Wanlo bei Mönchengladbach. Danach zogen sie ins Nachbardorf Wickrathberg direkt neben die örtliche Synagoge. 1927 wurde ihr drittes Kind, Ruth, geboren. Am 18.10.1938 bemerkte die Familie, wie die Scheiben der Synagoge nachts eingeworfen wurden. Daraufhin holte Paula die Thorarollen aus der Synagoge nebenan, um sie zu Hause zu verstecken. Dadurch blieben die Thorarollen auch in der Pogromnacht von den Nazis unentdeckt. Paula Zander stellte sie danach auch anderen Gemeinden, die ihre Thorarollen in dieser Nacht durch den inszenierten Gewaltakt verloren hatten, zur Verfügung. Sie erfuhr durch einen Bekannten am Tag nach der Pogromnacht, dass einige männliche Juden festgenommen worden waren und deportiert werden sollten und so lief sie mit dieser Information zu anderen Bekannten, um diese vor weiteren Verhaftungen zu warnen. Am 11.12.1941 wurde ihre älteste Tochter Hilde, gemeinsam mit ihrem Mann, Kurt Winter, in das Ghetto Riga deportiert. Paula, ihr Mann Albert und ihre beiden anderen Kinder, Herbert und Ruth, wurden am 21.4.1942 nach Izbica verschleppt, dort verliert sich ihre Spur.


Literatur und Quellen:

Sherman-Zander, Hilde: Zwischen Tag und Dunkel, Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/Main 1984
Website: http://familienbuch-euregio.eu

Autor: Stefan Mühlhausen

Stammbaum