Lieselotte (Liesel) Mendel

16.05.1924 30.09.1942 Auschwitz

Liesel Mendel lebte mit ihrem Vater, dem Viehhändler Andreas Mendel, ihrer Mutter Paula und ihrem Bruder Kurt in der Von-Loë-Straße 14 in Kempen. Ohnmächtig musste sie während der Pogromnacht am 9./10.11.1938 zusehen, wie ihre Wohnung von Kempener SA-Männern verwüstet wird. Ihr Vater und ihr Bruder wurden verhaftet und in das KZ Dachau verschleppt. Um Liesel in Sicherheit zu bringen, schafften die Eltern sie im Januar 1939 mit einem Kindertransport in die Niederlande, wo sie bei Verwandten in Amsterdam unterkommen konnte. Doch im Mai 1940 überfiel die deutsche Wehrmacht das Land, und auch hier begann nun die nationalsozialistische Judenverfolgung. Liesels Kontakt zur Familie brach im Dezember 1941 ab, nachdem ihre Eltern und Kurt vom Düsseldorfer Schlachthof in das Ghetto Riga deportiert wurden. Als sie sich bei den deutschen Behörden nach dem Verbleib ihrer Eltern erkundigte, wurde sie selbst verhaftet und im KZ Westerbork inhaftiert. Von hier wurde sie am 15.7.1942 nach Auschwitz deportiert und dort am 30.9.1942 ermordet. Aus ihrer Familie überlebte nur ihr Bruder Kurt den Holocaust.


Literatur und Quellen:

Hangenbruch, Dieter: "In der Gewalt der Gestapo. Das Schicksal der Juden des Kreises (1933 bis 1945)", in: Heimatbuch des Kreises Viersen 1979, S. 239-260.
Kaiser, Hans: Jüdisches Leben in Kempen. Ein Überblick, in: Adel, Reformation und Stadt am Niederrhein. Festschrift für Leo Peters, hg. von Gerhard Rehm, Bielefeld 2009, S. 241-275.
Kaiser, Hans: Auf den Spuren des jüdischen Lebens in Kempen (http://www.min-kempe.de/spuren.html)
Eine letzte Nacht in der Badeanstalt, in: Rheinische Post, 19.11.2014 (Serie: Stolpersteine in Kempen, Nr. 7)
Kempener Kinder in der Gaskammer, in: Rheinische Post, 31.10.2014 (Serie: Stolpersteine in Kempen, Nr. 5)

Autor: Joachim Schröder

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