Kurt Mendel aus Kempen

27.09.1922 01.09.2007

Kurt lebte mit seinen Eltern, dem Viehhändler Andreas Mendel und seiner Frau Paula, geb. Weinberg, in der Von-Loe-Str. 14 in Kempen. Nach dem Novemberpogrom, bei dem er und sein Vater verhaftet und im KZ Dachau inhaftiert wurden, wollte Kurt emigrieren, so wie seine Schwester Liesel, die 1939 in die Niederlande entkam. Er besuchte die jüdische Handwerkerschule in Köln, um das Schreinerhandwerk zu erlernen. Doch die Ausreise scheiterte. 1941 musste die Familie in das Kempener „Judenhaus“ in der Josefstraße 5 ziehen, am 11.12.1941 wurde sie über den Düsseldorfer Schlachthof ins Ghetto Riga deportiert. Im Zug traf er auf Emmi Dahl, die er bereits in einem Kölner Café kennengelernt hatte. Die beiden versprachen einander: „Wenn wir hier rauskommen, bleiben wir zusammen!“ Kurt sollte der einzige Kempener Jude sein, der das Ghetto Riga überlebte. Seine Schwester wurde aus den Niederlanden nach Auschwitz deportiert und ermordet. Nach der Rückkehr in die Heimat eröffnete Kurt, wie sein Vater, einen Viehhandel. Auch Emmi überlebte, die beiden heirateten 1947 und gründeten eine Familie. Kurt wäre gerne ausgewandert, doch Emmi zuliebe, die ihren Bruder Jakob nicht alleine lassen wollte, blieben auch sie in Deutschland. Literatur und Quellen Hangenbruch, Dieter: In der Gewalt der Gestapo. Das Schicksal der Juden des Kreises (1933 bis 1945), in: Heimatbuch des Kreises Viersen (1979), S. 239-260 Kaiser, Hans: Auf den Spuren des jüdischen Lebens in Kempen (http://www.min-kempe.de/spuren.html) Kaiser, Hans: Jüdisches Leben in Kempen. Ein Überblick, in: Gerhard Rehm (Hg.): Adel, Reformation und Stadt am Niederrhein. Festschrift für Leo Peters, Bielefeld 2009 (Studien zur Regionalgeschichte, Bd. 23), S. 241-275 Kaiser, Hans: Die Vernichtung der Kempener Juden, in: Pfarrbrief der katholischen Kirchengemeinde in Kempen, Nr. 46 (16.11.2008) Autor: Joachim Schröder

Stammbaum

Stammbaum

Der Stammbaum wird aktuell überarbeitet und ist bald wieder verfügbar. Vielen Dank für Ihre Geduld.