Max Moser aus Düsseldorf

29.01.1880 Düsseldorf – 22.08.1963 Melbourne

Max Moser betrieb seit 1916 ein Geschäft für Därme-, Gewürz- und Metzgereibedarfsartikel, sowie eine Talgschmelze, welche beide 1847 von seinem Großvater gegründet worden waren. Er emigrierte mit seiner Ehefrau Elise Moser am 29.6.1938 nach Venlo und ließ sowohl die Wohnung als auch seine Geschäfte zurück. Nach dem deutschen Überfall auf die Niederlande geriet er erneut in den NS-Machtbereich. Um der drohenden Deportation zu entgehen, tauchten sie unter. Sie erkrankten im Frühjahr 1943 und mussten sich kurzzeitig in einem Krankenhaus behandeln lassen. Nach ihrer Entlassung am 8.4.1943 versteckten sie Bekannte über ein Jahr in einer Dachkammer. Als sie bei einer Razzia durch die Gestapo fast entdeckt worden waren, ergriffen sie erneut die Flucht und fanden zuerst in einem Kloster bei Venlo, anschließend in einem Notkrankenhaus Zuflucht. Hier erlebten sie die Befreiung von der deutschen Besatzung. Nach dem Krieg zog das Ehepaar Moser zu ihrem Sohn nach Melbourne, wohin dieser bereits 1939 emigriert war.


Literatur und Quellen:

Suchy, Barbara: Juden in Gerresheim 1933-1945. Biographische Fragmente, in: Erlebtes und Erlittenes. Gerresheim unter dem Nationalsozialismus, Düsseldorf 1995, S. 289-321
Stadtarchiv Düsseldorf, Entschädigungsakte 01-32-289,0012 (Max Moser)
Stadtarchiv Düsseldorf, Meldekarte Familie Jakobs
Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Datenbankeintrag Max Moser
Information von Walter Clifton (Sohn eines Freundes der Familie Moser), 23.10.2014

Autor: Stefan Mühlhausen

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