Hermann Lagstein aus Düsseldorf

05.07.1883 Horodenka – 04.06.1948 Ra’anana

Hermann Lagstein kam 1902 nach Deutschland. Im Ersten Weltkrieg geriet er in russische Kriegsgefangenschaft und kam nach Sibirien. Nach zweijähriger Gefangenschaft zog er nach Düsseldorf und vertrieb dort selbstständig Wasch- und Nähmaschinen. In Düsseldorf lernte er auch Fanny Cars kennen, die er 1920 heiratete. Zusammen übernahm das Ehepaar Lagstein die Darm-, Fell- und Gewürzhandlung der Schwiegermutter Emilie Cars in der Ratherstraße 46. Aufgrund der immer schlimmer werdenden Repressions-, Verfolgungs- und Boykottmaßnahmen, mussten sie das Geschäft unter Wert verkaufen und migrierten mit ihren Kindern 1938 über Triest nach Palästina. Da das meiste Geld aus dem Betriebsverkauf auf einem Sperrkonto landete, waren die Lebensbedingungen für die Familie in Palästina sehr hart. Hermann Lagstein erkrankte und starb am 4.6.1948 an Angina Pecoris.


Literatur und Quellen:

Genger, Angela: „Der Onkel Heinrich hat sich von Papa verabschiedet, und sie beide haben so geweint. Das war schrecklich!“. Für Bertel Hein, geb. Lagstein (1921-2006), in: Augenblick Nr. 32/33 (2006), S. 27.
Stadtarchiv Düsseldorf, Entschädigungsakte 01.32.228.0029 (Lagstein)
Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, GED-31-001-100.096 (Interview mit Bertel Hein, 20.04.1996)

Autor: Stefan Mühlhausen

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