Hermann Cohen aus Düsseldorf

08.08.1925 Düsseldorf – 2005 Düsseldorf

Hermann war der ältere Sohn des Metzgers Josef Cohen und seiner Frau Auguste. Gemäß den rassistischen „Nürnberger Gesetze“ galt er als „Halbjude“ und musste im Alter von 14 Jahren die Schule verlassen – dort war er von einem Nazi-Lehrer häufig schikaniert worden. Hermann arbeitete fortan als Karosserie-Klempner in der Birkenstraße in Flingern (Firma Dunker). Er wohnte in der Kruppstraße, aber die Wohnung wurde beim großen Bombenangriff im Juni 1943 total zerstört. Eine neue Bleibe fand er in der Ruhrtalstraße in Flingern. Am 17.9.1944 musste sich Hermann zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder Willi im Düsseldorfer Schlachthof einfinden. Am nächsten Morgen wurden sie zusammen mit etwa 250 weiteren „Mischlingen“ bzw. in „Mischehe“ lebenden Juden in das Arbeitslager Lenne deportiert. Sein jüngerer Bruder durfte nach wenigen Wochen wieder nach Hause, Hermann musste dagegen bis zum Kriegsende im Lager bleiben, während sein Vater in das Ghetto Theresienstadt deportiert wurde. Nach dem Krieg lernte Hermann in einem Tanzlokal seine spätere Frau Helene kennen – die beiden heirateten ein Jahr darauf und bekamen 1948 einen Sohn.


Literatur und Quellen:

Erlebtes und Erlittenes. Gerresheim unter dem Nationalsozialismus, Düsseldorf 1995
Auskünfte Helene Cohen (2014, 2016)
Stadtarchiv Düsseldorf, 0-1-32-58.0001 (Entschädigungsakte Josef Cohen)

Autor: Joachim Schröder

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