14.12.1892
Köln
–
16.06.1942
Sobibór
Helene Horn wurde als erstes Kind der Eheleute Moses und Henriette Horn (geb. Mayer) in Köln geboren. Sie hatte vier Brüder: Wilhelm, Jakob, Dagobert und Karl. Ihr Vater war zunächst Bankier in Köln, später übernahm er eine Filiale eines des Optiker-Geschäfts in Wiesbaden. Helene lebte mit (dem nicht-jüdischen) Hermann Schunka zusammen im Mehrfamilienhaus Beethovenstraße 8 in Düsseldorf-Flingern, das Hermann gehörte. Sie bekamen 1925 einen Sohn, Klaus Schunka-Horn. Hermann verstarb unerwartet bereits 1932. Anders als ihre Geschwister, die rechtzeitig in die USA emigrierten, blieb Helene Schunka-Horn in Düsseldorf, auch als Nazis während der Pogromnacht ihre Wohnung verwüsteten. Helene konnte noch bis 1941 in ihrem Beruf als Stenotypistin arbeiten, dann intervenierte die Gestapo. Fortan musste sie in der Blechwarenfabrik Fischer AG Zwangsarbeit leisten. Durch ihren Sohn, der evangelisch getauft war und als „Mischling 1. Grades“ galt, wähnte sie sich geschützt und trug auch nicht den „Stern“ – wozu Gestapo und Polizei sie aber im Januar 1942 verpflichteten. Helene erhielt im Juni 1942 die Aufforderung zur „Evakuierung“. Ihr Sohn, Klaus begleitete sie freiwillig: „Wir wollen, soweit es eben geht, zusammenbleiben“, teilte Helene dem Gestapobeamten mit. Auf dessen Anweisung musste Klaus aus der Kirche austreten und sich zum Judentum bekennen. Beide wurden am 15.6.1942 deportiert, offiziell in das Ghetto Izbica, tatsächlich jedoch in das Vernichtungslager Sobibór.
Literatur und Quellen:
Informationen Thomas Horn/USA (Juni/Juli 2024)
Landesarchiv NRW RW 58/43226 (Gestapo-Personenakte Helene Horn)
Schmidt, Herbert: Der Elendsweg Düsseldorfer Juden. Chronologie des Schreckens, Düsseldorf 2005 (S. 129)
Heim, Susanne u.a. (Hg.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Bd. 6, Dok. Nr. 126, S. 384 f.
Auskunft Stadtarchiv Düsseldorf über Hermann Schunka (28.06.2024)
Website (Thomas Horn): Helene Schunka-Horn und Klaus Schunka-Horn. Mutter und Sohn im Holocaust: Treue und Tragödie (https://storymaps.arcgis.com/stories/db56e199e240413cb0321078b734f42a)
Text: Joachim Schröder
Der Stammbaum wird aktuell überarbeitet und ist bald wieder verfügbar. Vielen Dank für Ihre Geduld.