Hans-Klaus Schunka-Horn aus Düsseldorf

13.01.1925 Düsseldorf – 16.06.1942 Sobibór

Hans-Klaus (Rufname: Klaus) Schunka-Horn war der Sohn von Hermann Schunka und Helene Horn, die in Düsseldorf in der Beethovenstraße 8 lebten. Das Haus gehörte seinem Vater. Das Paar war nicht verheiratet, Helene war jüdisch, Klaus wurde evangelisch getauft. Der Vater verstarb schon 1932. Von den nach der Machtübernahme einsetzenden antijüdischen Maßnahmen waren Klaus und seine Mutter vorerst nicht betroffen, da den Behörden bis Oktober 1939 nicht bekannt war, dass Helene jüdisch war. Klaus, der dann als „Mischling 1. Grades“ galt, begann eine Lehre als Schlosser und Schweißer. Im Juni 1942 erhielt seine Mutter die Aufforderung zur „Evakuierung“. Klaus Schunka-Horn begleitete sie freiwillig: „Wir wollen, soweit es eben geht, zusammenbleiben“, teilte seine Mutter Helene dem Gestapobeamten mit. Auf dessen Anweisung musste Klaus aus der evangelischen Kirche austreten und sich zum Judentum bekennen. Beide wurden am 15.6.1942 deportiert. Statt wie ursprünglich geplant in das Ghetto Izbica, hielt der Deportationszug zunächst in Lublin, wo einige Dutzend Männer zur Zwangsarbeit aussortiert wurden. Die übrigen Insass*innen des Zuges wurden nach Sobibór gefahren und dort sofort nach ihrer Ankunft ermordet. Im Mai 2025 wurden vor der Beethovenstr. 8 Stolpersteine für Helene und Klaus verlegt.

 

Literatur und Quellen:

Informationen Thomas Horn (USA)

Landesarchiv NRW RW 58/43226 (Gestapo-Personenakte Helene Horn)

Schmidt, Herbert: Der Elendsweg Düsseldorfer Juden. Chronologie des Schreckens, Düsseldorf 2005 (S. 129)

Heim, Susanne u.a. (Hg.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Bd. 6, Dok. Nr. 126 (Der 17-jährige Hans-Klaus Schunka-Horn tritt zum Judentum über, um seine Mutter bei der Deportation in den Osten begleiten zu dürfen), S. 384 f.

Website (Thomas Horn): Helene Schunka-Horn und Klaus Schunka-Horn. Mutter und Sohn im Holocaust: Treue und Tragödie (https://storymaps.arcgis.com/stories/db56e199e240413cb0321078b734f42a)

 

Text: Joachim Schröder

Stammbaum

Stammbaum

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