Fanny Lagstein (geb. Cars)

07.06.1888 Mülheim/Ruhr – 1956 Ra’anana

Fanny Lagsteins Mutter Emilie Cars, betrieb eine Darm-, Fell- und Gewürzhandlung in der Ratherstraße 46. Als Fanny 1920 ihren Mann Hermann Lagstein heiratete, übernahmen die beiden den Betrieb. Nach der Machtübernahme der Nazis lief das Geschäft trotz Boykottmaßnahmen anfangs noch ganz gut. Ab 1936 jedoch, machten sich auch für das Geschäft der Lagsteins, die Boykott- und Repressionsmaßnahmen deutlich bemerkbar. Das Ehepaar Lagstein war daher gezwungen ihr Geschäft weit unter Wert zu verkaufen und im September 1938 mit ihren vier Kindern nach Palästina zu emigrieren. So entgingen sie zwar der Pogromnacht, doch auch ihr Leben in Palästina/Israel war sehr hart. Das Geld für den Verkauf ihres Betriebs floss auf ein Sperrkonto und so musste die ganze Familie hart arbeiten um über die Runden zu kommen. 1948 starb ihr Mann Hermann an einer Krankheit und ihr Sohn Franz als Soldat im israelischen Unabhängigkeitskrieg. Fanny Lagstein erkrankte in dieser Zeit an Krebs und starb 1956 im Alter von 68 Jahren in Israel.


Literatur und Quellen:

Genger, Angela: „Der Onkel Heinrich hat sich von Papa verabschiedet, und sie beide haben so geweint. Das war schrecklich!“. Für Bertel Hein, geb. Lagstein (1921-2006), in: Augenblick Nr. 32/33 (2006), S. 27.
Stadtarchiv Düsseldorf, Entschädigungsakte 01.32.228.0029 (Lagstein)
Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, GED-31-001-100.096 (Interview mit Bertel Hein, 20.04.1996)

Autor: Stefan Mühlhausen

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