Erich Freundlich aus Düsseldorf

14.07.1889 Düsseldorf – 01.1965 New Jersey

Erich Freundlich wurde 1889 als Sohn des Brauereimaschinenherstellers Abraham Freundlich und seiner Frau Hedwig in Düsseldorf geboren. Er schloss das Gymnasium mit dem Abitur ab und studierte danach Ingenieurwissenschaften. Nach dem ersten Weltkrieg übernahm er die Firma seines Vaters. Nach 1933 geriet die Firma wegen der immer schärferen antijüdischen Boykottaufrufe – auch durch den Schlachthofdirektor Henjes – immer mehr unter Druck und wurde 1936 schließlich „arisiert“. Die Kühllagerhäuser der Firma Freundlich konnten dank nach wie vor existierender Geschäftsbeziehungen mit regionalen Unternehmen und Hotels noch bis 1938 weiter betrieben werden. Dann wurden auch sie 1938 „arisiert“. Daraufhin wanderten Erich und seine Frau Herta Freundlich, die bis 1939 in der Sonderburgstraße 24 in Düsseldorf lebten, nach England aus, später gingen sie in die USA. Fast vier Tonnen Umzugsgut, das die Familie in die Emigration mitnehmen wollte, wurde im Bremer Freihafen zurückgehalten. Es wurde im Oktober 1942 für 3.421 Reichsmark versteigert – über die Oberfinanzdirektion Düsseldorf floss das geraubte Geld in die Staatskasse. Nach dem Krieg erhielt Erich Freundlich, der nicht wieder in seine Heimat zurückkehren wollte, seine Firmen zurückerstattet, verkaufte sie aber im Jahr 1955.


Literatur und Quellen:

Mauss, Susanne: Nicht zugelassen – Die jüdischen Rechtsanwälte im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf 1933-1945, Essen 2013, S. 353-358.
Sparing, Frank: Juden in der Düsseldorfer Wirtschaft, in: Angela Genger/Kerstin Griese (Hg.): Aspekte jüdischen Lebens in Düsseldorf und am Niederrhein, Düsseldorf 1997, S. 166-175
Unternehmensgeschichte der Firma Rheinkälte (online unter: http://www.vhkk.org/geschichte/pdf/Rheinkaelte_Unternehmensgeschichte.pdf)
Abraham Freundlich (1861-1938). Ein „Tüftler“ in der Düsseldorfer Wirtschaft, in: Augenblick. Zeitschrift der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Nr. 34/35, 2007, S.46-51
Datenblatt Abraham Freundlich der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Autor: Stefan Mühlhausen

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