Edith Bader (geb. Devries) aus Weeze

25.10.1935 Weeze

Edith lebte bis 1942 in der Kleinstadt Weeze. Sie besuchte den katholischen Kindergarten und durfte nicht mehr hin, weil sie Jüdin war. Auf Druck des Vermieters musste die Familie Devries aus ihrer Wohnung ausziehen. Ein Freund stellte ihnen jedoch ein Haus zur Verfügung. Ediths Vater, ein Weltkriegs-Veteran, hatte bis zuletzt nicht glauben können, dass ihm und seiner Familie etwas passieren könne. Doch auch die Familie Devries musste sich im Juli 1942 im Schlachthof einfinden und wurde ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Ediths Eltern wurden einem Arbeitskommando zugewiesen, das ihnen ein Überleben ermöglichte. Am Tag ihrer Befreiung war Edith gerade 10 Jahre alt. Die Familie kehrte zurück nach Weeze, Edith machte eine Ausbildung als Erzieherin und arbeitete später als Leiterin in jüdischen Kindergärten in Köln, Düsseldorf und München. Sie heiratete und bekam vier Kinder. Seit Jahren berichtet sie als Zeitzeugin von ihren Erlebnissen während der NS-Zeit.


Literatur und Quellen:

Devries, Edith: „Nicht mit zu hassen, mit zu lieben bin ich da.“ Eine jüdische Kindheit zwischen Niederrhein und Theresienstadt (2008)

Fotos und Dokumente: Privatbesitz Edith Bader-Devries
Vgl. http://edithdevries.blogspot.de/2009/01/edith-devries-wurde-1935-am-niederrhein.html

Interview mit Edith Bader-Devries, Erinnerungs- und Lernort „Alter Schlachthof“ (2014)
Youtube-videos:
https://www.youtube.com/watch?v=fK5h9lnxkDM
https://www.youtube.com/watch?v=d83yyN1Ig1A)

Autorin: Heidi Schmitz

Stammbaum