Viktor Humpert aus Düsseldorf

16.09.1906 Essen – 06.10.1984 Düsseldorf

Leiter des „Judenreferats“ der Düsseldorfer Gestapo (1935-1940)

Humpert kam 1927 zur Essener Polizeiverwaltung und wurde 1935 zur Düsseldorfer Gestapo versetzt. Hier wurde der Polizeiinspektor Leiter des „Judenreferats“. Von 1940 bis 1944 war Humpert bei der Sicherheitspolizei in Brüssel im besetzten Belgien tätig – über seine dortigen Aufgaben ist nichts bekannt. Nach dem Krieg wurde er an Belgien ausgeliefert, angeklagt, freigesprochen und 1949 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Unter anderem aufgrund der Fürsprache eines Düsseldorfer Pfarrers, der Humperts religiöse Einstellung hervorhob, wurde er als „entlastet“ entnazifiziert. Als „131er“ (Beamter zur Wiederverwendung) bewarb er sich bei der Düsseldorfer Stadtverwaltung, die ihn ab August 1952 im Lastenausgleichsamt, dann im Wohnungsbau- und Siedlungsamt beschäftigte. 1956 wechselte Humpert in die Wehrbereichsverwaltung III in Düsseldorf, wo er bis zu seiner Pensionierung verblieb.


Literatur und Quellen:

Berschel, Holger: Bürokratie und Terror. Das Judenreferat der Gestapo Düsseldorf, 1935-1945, Essen 2001.
Schmidt, Herbert: Der Elendsweg der Düsseldorfer Juden. Chronologie des Schreckens 1933-1945, Düsseldorf 2005, S. 279 f.
Stadtarchiv Düsseldorf, 0-1-5-30420
Landesarchiv NRW R, NW 1000-19357

Autor: Joachim Schröder

Stammbaum

Stammbaum

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