Dr. Siegfried Aaron aus Wuppertal

11.01.1887 Wuppertal – 18.04.1945 Tröbitz/Schipkau

Siegfried Aarons Vater Leeser Aaron betrieb ein gut gehendes Haushaltswarengeschäft auf der Friedrichstraße in Velbert, seine Mutter Helene war bis 1908 Vorsitzende im jüdischen Frauenverein. Siegfried Aaron studierte Jura in Bonn, Münster und Heidelberg und promovierte im Jahre 1913. Im Ersten Weltkrieg wurde Siegfried Aaron als Unteroffizier mit dem EKII ausgezeichnet. Anfang der 1920er Jahre heiratete er Ida Weyl aus Jülich. Das Ehepaar bekam drei Kinder: Lotte, Richard Otto und Ludwig. Die Familie lebte in der Moltkestr. 20, wo sich auch Aarons Kanzlei befand. Später zogen sie in die Berliner Str. 5, 1936 in die Adolf-Hitler-Str. 93. Zwischen 1922 und 1937 war Siegfried Aaron Vorsitzender der Repräsentanz der Synagogen-Gemeinde Elberfeld. Im Dezember 1937 emigrierte die Familie nach Holland. Aufgrund Siegfried Aarons Mitgliedschaft in der „Bergischen Loge“ des B’nai B’rith entzogen die Behörden ihm und seiner ganzen Familie in Abwesenheit die deutsche Staatsbürgerschaft sowie seinen Grundbesitz Moltkestr. 20, die Universität Heidelberg erkannte ihm am 28.5.1940 Doktortitel ab. In den Niederlanden lebte die Familie in Zutphen. Die Eheleute Aaron und Sohn Ludwig wurden am 12.11.1942 verhaftet und am 1.2.1944 in das KZ Bergen-Belsen deportiert, wo seine Frau am 31.3.1945 ermordet wurde. Siegfried Aaron wurde am 10.4.1945 in das KZ Theresienstadt verschleppt, von dort weiter in das KZ Schipkau, wo er am 18. 4.1945 ermordet wurde.


Literatur und Quellen:

Bundesarchiv (Hg.): Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, Koblenz 1986 (https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de833302)
Mauss, Susanne: „Nicht Zugelassen“ Die jüdischen Rechtsanwälte im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf 1933-1945, Essen 2013, S. 52-55

Autor: Lee, Donghyun

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