Scheintje Hoffmann aus Essen

20.09.1873 Aurich – 21.09.1942 Treblinka

Scheintje Hoffmann stammte aus einer kinderreichen jüdischen Familie aus Aurich (Ostfriesland), sie hatte elf Geschwister. Mit ihrer Schwester Rahel Hoffmann lebte sie zusammen in der Norderstraße 28 in Aurich. Die beiden lebten im Hinterhaus und vermieteten das Vorderhaus an drei Mietparteien. Nach der Machtübernahme der Nazis im Januar 1933 änderte sich das Leben auch für die Auricher Juden radikal. Bereits 1935 mussten die Schwestern ihr Haus verkaufen, jedoch hatten sie sich lebenslanges Wohnrecht im Hinterhaus eingefordert. Am 9.11.1938 stürmte die SA jüdische Wohnungen und steckte die Auricher Synagoge in Brand. Laut dem Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden vom 30.4.1939 wurde jüdischen Menschen kein gesetzlicher Mieterschutz mehr gewährt und so waren Scheintje und ihre Schwester selbst im Hinterhaus nicht mehr sicher. Am 15.2.1940 mussten sie nach Essen in die Ladenspelderstraße 47 umziehen, eine Zwangsunterkunft, in der sie nur einen Raum bewohnen sollten. Kurz vorher gelang es ihnen noch einen Teil ihrer Einrichtungsgegenstände zu verkaufen, bevor sie am 15.2.1940 Aurich für immer verlassen musste. Scheintje war bereits 67 Jahre alt. Aber auch in Essen sollten sie nicht lange bleiben. Am 21. 7.1942 wurden sie über den Düsseldorfer Schlachthof in das Ghetto Theresienstadt verschleppt. Von dort kamen sie nach wenigen Wochen nach Treblinka, wo sie sofort nach ihrer Ankunft ermordet wurden.

 

Literatur und Quellen:

Recker, Rolf von der/Günther Lübbers: Rahel und Scheintje Hoffmann, in: Stolpersteine: Im Gedenken an Aurichs Opfer des Nationalsozialismus (https://stolpersteineaurich.com/1012/04/17/rahel-und-scheintje-hoffmann/)

Website Geni.com (https://www.geni.com/people/Scheintje-Hoffmann/6000000033705862821)

Website Ruth H. Doberstein: https://www.gedbas.genealogy.net/person/show/1443812473

 

Text: Jule Schouren

Stammbaum

Stammbaum

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