Rosa Hirsch (geb. Bermann) aus Ratingen

09.09.1871 Frankfurt/Main – 15.05.1944 Auschwitz

Rosa Hirschs Ehemann Max gehörte 1900 zu den Gründern des Verbandes Ratinger Handels- und Geschäftsbetreibender. Er selbst eröffnete im Frühjahr 1889 einen Haushaltungsbazar auf der Oberstraße 21 in der Ratinger Innenstadt, womit er den Unterhalt für seine Familie verdiente. Max Hirsch verstarb jedoch in der Zeit zwischen 1919 und 1925. Das Ehepaar Hirsch bekam insgesamt sechs Kinder von denen vier nach der nationalsozialistischen Machtübernahme emigrierten. Über den weiteren Verbleib ist von Kurt Hirsch bekannt, dass er in den 1960er Jahren in Tel Aviv verstarb. Die Tochter Charlotte überlebte die NS-Diktatur bis 1944 in Ratingen, wurde danach bei Bekannten im Westerwald versteckt und kehrte nach Kriegsende nach Ratingen zu ihrem Ehemann zurück. Rosa Hirsch verließ am 12.4.1939 als letzte Jüdin die Stadt Ratingen, was von der lokalen Presse gefeiert wurde. Sie kam bei Verwandten ihres verstorbenen Mannes in einem „Judenhaus“ in der Wagnerstraße 7 in Düsseldorf unter. Am 21.7.1942 wurde sie über Düsseldorf-Derendorf in das Getto Theresienstadt und von dort aus am 15.5.1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Auf dem Stolperstein, der am Freiligrathring 19 in Ratingen verlegt wurde, ist fälschlicherweise ein anderes Geburtsjahr angegeben.


Literatur und Quellen:

Amt für Kultur und Tourismus- Stadtarchiv Ratingen in Verbindung mit dem Verein für Heimatkund und Heimatpflege e.V., Ratinger Forum, Quellen zur Stadt- und Regionalgeschichte, Heft 12, Ratingen 2011, S. 101
Horn, Ekaterine/Münster-Schröer, Erika/Schulz-Hönerlage, Joachim: Menschen – Orte – Erinnerung. Jüdisches Leben in Ratingen. Hrsg.: vom der Bürgermeister der Stadt Ratingen- Stadtarchiv., Ratingen 2008., S. 8-9
Jakobs, Hildegard/Genger, Angela/Kramp, Andrea (Hrsg.): Stolpersteine, Erinnerungen an Menschen aus Düsseldorf, Erkrath, Langenfeld, Mettmann, Mohnheim und Ratingen, Düsseldorf 2012, S. 223.
„Ratingen ist unser Zuhause…“. Zehn Jahre jüdischer Kulturverein Schalom Ratingen e.V., Ratingen 2012, S. 86-89.
Website der Stadt Ratingen über die jüdischen Bewohner bis 1945
http://www.stadt-ratingen.de/freizeit_kultur_sport_tourismus/stadtarchiv/familienforschung/JuedischeEinwohner.php

Autorin: Merle Weidtmann

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