Richard Becher aus Düsseldorf

31.10.1896 Wehbach – 12.10.1967 Düsseldorf

Becher kam im Alter von 19 Jahren an die Front und geriet bei Kriegsende in französische Kriegsgefangenschaft. 1920 trat er in den Dienst der Schutzpolizei in Bochum. Seit Mai 1937 war er Mitglied der NSDAP, 1939 wurde er zum Oberleutnant befördert und zur Düsseldorfer Schutzpolizei versetzt, wo er einen eigenen Abschnitt leitete. Im Sommer 1942 wurde er von seinem Vorgesetzten, Hauptmann Gehrke, zum Leiter des Schutzpolizei-Kommandos bestimmt, das am 25. Juli 1942 den Deportationszug mit 980 Männer, Frauen und Kindern in das Ghetto Theresienstadt bewachte – nur etwa 65 von ihnen überlebten den Holocaust. Becher wurde nach Kriegsende kurzzeitig Kommandeur der Schutzpolizei, dann aber auf Anordnung der Militärregierung entlassen. Nach seiner Entnazifizierung (1948: „Mitläufer“, in einem zweiten Verfahren 1949: „nicht betroffen“) kehrte er wieder in den Polizeidienst zurück. Kurz vor seinem Tod wurde er im Ermittlungsverfahren gegen Düsseldorfer Gestapobeamte als Zeuge gehört. Die Rolle der Schutzpolizei beschrieb er wie folgt: „Wir waren im wahrsten Sinne des Wortes unterwegs nur Statisten.“


Quelle:

Landesarchiv NRW R, HSA-Pe 6685 (Personalakte)

Autor: Joachim Schröder

Stammbaum