Rahel Hoffmann aus Essen

16.07.1869 Aurich – 21.09.1942 Treblinka

Rahel Hoffmann stammte aus einer großen jüdischen Familie in Aurich (Ostfriesland), sie hatte elf Geschwister. Sie arbeitete selbstständig als Modistin und bezog dann eine kleine Rente. Mit ihrer Schwester Scheintje Hoffmann lebte sie zusammen in der Norderstraße 28 in Aurich. Die beiden lebten im Hinterhaus und vermieteten das Vorderhaus an drei Mietparteien. Bereits 1935 hatten die Schwestern das Haus verkaufen müssen, forderten jedoch lebenslanges Wohnrecht im Hinterhaus ein. Am 9.11.1938 stürmte die SA jüdische Wohnungen und zündeten die Auricher Synagoge an. Laut dem „Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden“ vom 30.4.1939 hatten jüdische Menschen keinen gesetzlichen Mieterschutz mehr und so waren die Schwestern auch im Hinterhaus nicht mehr sicher. Am 15.2.1940 mussten sie nach Essen in die Ladenspelderstraße 47 ziehen, eine Zwangsunterkunft, in der sie nur einen Raum bewohnen sollten. Kurz vorher gelang es ihnen noch einen Teil ihrer Einrichtungsgegenstände zu verkaufen, bevor sie am 15.2.1940 Aurich  für immer verließen – Rahel war da schon 71 Jahre alt. Aber auch in Essen sollten sie nicht lange bleiben. Am 21. 7.1942 wurden sie über den Düsseldorfer Schlachthof in das Ghetto Theresienstadt verschleppt, bevor sie wenige Wochen später nach Treblinka deportiert, und sofort nach ihrer Ankunft ermordet wurden.

 

Literatur und Quellen:

Recker, Rolf von der/Günther Lübbers: Rahel und Scheintje Hoffmann, in: Stolpersteine: Im Gedenken an Aurichs Opfer des Nationalsozialismus (https://stolpersteineaurich.com/1012/04/17/rahel-und-scheintje-hoffmann/)

Geni.com (https://www.geni.com/people/Rahel-Hoffmann/6000000033705810846)

Website Ruth H. Doberstein: https://www.gedbas.genealogy.net/person/show/1443812473

 

Text: Jule Schouren

Stammbaum

Stammbaum

Der Stammbaum wird aktuell überarbeitet und ist bald wieder verfügbar. Vielen Dank für Ihre Geduld.