Paul Salitter aus Düsseldorf

15.12.1898 Lakiele – 08.01.1972 Düsseldorf

Salitter trat, nachdem er ab 1917 Frontsoldat geworden war, 1919 in Königsberg in den Polizeidienst und wurde 1939 zur Düsseldorfer Schutzpolizei versetzt. Er war seit 1937 Mitglied der NDSAP, war für den Sicherheitsdienst der SS tätig und trat 1940 auch der SS bei. Im Dezember 1941 kommandierte Hauptmann Salitter das Polizeikommando, das 1.007 Männer, Frauen und Kinder in das Ghetto Riga deportierte. Nur 98 von ihnen überlebten den Holocaust. Salitter verfasste nach seiner Rückkehr einen Bericht, der traurige Berühmtheit erlangte, weil er über die katastrophalen Transportbedingungen ebenso Aufschluss gibt wie über den Antisemitismus und die Gefühlskälte des Verfassers. Im März 1942 wurde Salitter zum „Osteinsatz“ in Brest-Litowsk abgeordnet, später kommandierte er noch das ukrainische Schutzmannschafts-Bataillon 101, gegen dessen deutsche Angehörige die Dortmunder Staatsanwaltschaft in den 1970er Jahren wegen Kriegsverbrechen ergebnislos ermittelte. Salitter wurde auf Anordnung der Militärregierung aus dem Polizeidienst entlassen und bewarb sich später erfolglos um Wiederverwendung. Als sein Bericht in den 1960er Jahren entdeckt wurde, bestritt er dessen Authentizität. Gerichtlich verfolgt wurde er nicht.


Literatur und Quellen:

Düwell, Kurt: „Riga ist städtebaulich eine sehr schöne Stadt...“. Die Düsseldorfer
Judendeportation im Herbst 1941, in: Augenblick. Berichte,
Informationen und Dokumente der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Nr.
20/21 (2002), S. 13-15
Schupetta, Ingrid: Der Salitter-Bericht und sein Verfasser Paul Salitter, in: http://www.villamerlaender.de/fileadmin/userfolders/downloads/Salitterbericht.pdf (abgerufen am 15.08.2015) (Aufsatz von 2011)

Autor: Joachim Schröder

Stammbaum