Otto Schilling aus Düsseldorf

06.07.1893 Tschernjachowsk

SS-Sturmbannführer, Leiter des Trichinenschauamts am Schlachthof

Schilling war ehemaliger Frontsoldat, Freikorpsangehöriger, Polizist und Versicherungsvertreter, bevor er 1931 als Hilfswieger am Schlachthof angestellt wurde. Nach absolvierter Prüfung wurde er Trichinenschauer, später sogar Leiter des Trichinenschauamts und verbeamtet. Schilling war seit 1930 Angehöriger der NSDAP und der SS, wo er einen SS-Sturm führte. Er war ein typischer, habgieriger Günstling der NS-Vetternwirtschaft. 1939 sorgte er mit einer Denunziation für die Verhaftung des jüdischen Geschäftsmanns Hugo Heinemann, der im KZ ums Leben kam, 1943 ermittelte die Kripo gegen ihn wegen Unterschlagung jüdischen Eigentums während der Deportationen. Schilling wurde 1945 sofort suspendiert, erhielt aber bis an sein Lebensende Ruhegehalts- und Pensionszahlungen, auch nachdem er 1957 in die USA ausgewandert war.


Quellen:

Stadtarchiv Düsseldorf, 0-1-5-64218 (Personalakte)
Landesarchiv NRW R, NW 1002, AD 71353 (Entnazifizierungsakte Otto Schilling)
Landesarchiv NRW R, RW 58/23041 (Gestapoakte Hugo Heinemann)
Bundesarchiv, BDC, SSO-Akte Schilling

Autor: Joachim Schröder

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