Liesel Ginsburg (geb. Frenkel) aus Mönchengladbach

12.04.1915 Mönchengladbach – 30.03.2018 Düsseldorf

Für Ende 1939 hatte die Familie Frenkel aus Rheydt die Auswanderung nach Brasilien vorbereitet – das verhinderte der Kriegsausbruch. Liesel Ginsburg, ihre Eltern und ihr Bruder wurden am 10. Dezember 1941 zum Düsseldorfer Schlachthof gebracht und am nächsten Tag mit mehr als tausend weiteren niederrheinischen Juden nach Riga im besetzten Lettland deportiert. Sie überlebte das Ghetto in Riga, die Konzentrationslager Kaiserwald und Stutthof und den Todesmarsch kurz vor der Befreiung durch die sowjetische Armee in Pommern. Ihr Vater verhungerte nach einem halben Jahr der Haft im Rigaer Ghetto, ihre Mutter wurde im November 1943 nach Auschwitz in den sicheren Tod deportiert, ihr Bruder Hans kurz vor Kriegsende im KZ Buchenwald ermordet. Auf strapaziösen Wegen gelangte Liesel im Juli 1945 nach Rheydt zurück. Dort eröffnete sie ein halbes Jahr später eine Textilhandlung, die sie bis 1973 betrieb. 1949 heiratete sie Alexander Ginsburg, den sie 1942 als Leidensgenossen in Riga kennengelernt hatte. Die Familie Ginsburg lebte ab 1957 in Köln.


Literatur und Quellen:

Ginsburg, Liesel: Erinnerungen an die Deportation und das Ghetto Riga, ungedrucktes Typoskript (ca. 1946)
Ginsburg, Liesel: Eine Jüdin kehrt zurück, in: D. Sessinghaus-Reisch (Hg.): Erinnerte Geschichte. Frauen aus Mönchengladbach schreiben über die Kriegs- und Nachkriegszeit 1940-1950, Mönchengladbach 1993
Ginsburg, Hans Jakob: Der Lebensretter. Über Alexander Ginsburg. In: M. Oeming/H. Liss, Juden in der Bundesrepublik Deutschland – Dokumentationen und Analysen, Heidelberg 2005, S. 13-36
Schilly, Doris: Mitten unter uns – Jüdisches Leben in Mönchengladbach, Erfurt 2006

Autor: Hans Ginsburg

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