13.10.1860
Süchteln
–
07.11.1942
Terezín
Leopold hatte vier Geschwister [JS1] und verlor schon früh seine Eltern. Er heiratete Jenni Kaufmann und sie bekamen vier Kinder: Sophie, Kurt, Alex und Ernst. Leopold arbeitete als Viehhändler, war Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Süchteln und später ohne Beruf gemeldet. Die Familie lebte auf der Krefelder Str. 46 in Süchteln. Sie besaß ein umfangreiches Sparguthaben sowie mehrere Grundstücke in Süchteln, die während der NS-Zeit enteignet wurden. Die drei Söhne blieben nicht in Süchteln: Kurt zog mit seiner Frau Senta nach Belgien; Alex heiratete 1937 und zog nach Badem-Württemberg (starb aber schon 1939), Ernst ging in die Niederlande. Leopolds älteste Tochter Sophie heiratete Isaak Sanders und gebar 1930 ihren Sohn Erich. Als Erich sechs Jahre alt war, zog die Familie zu den Großeltern Leopold und Jenni. Leider starb Jenni schon 1938. Sophie, ihr Ehemann Isidor Isaak und Sohn Erich wurden am 27.10.1939 gezwungen, nach Düsseldorf in die Geibelstraße 39, eine Zwangsunterkunft, zu ziehen. Am 27.10.1941 wurden sie in das Getto „Litzmannstadt“ deportiert und später ermordet. Auch Leopold musste am 27.10.1939 nach Düsseldorf umziehen. Zuletzt war wohnte er dort im Jüdischen Altersheim in der Grafenberger Allee. Er wurde am 21.7.1942 nach Theresienstadt deportiert und starb dort aufgrund der katastrophalen Lebensbedingungen am 7.11.1942, im Alter von 81 Jahren.
Text: Jule Schouren
Literatur und Quellen:
Virtuelle Gedenkstätte Viersen 1933-1945 (https://virtuelle-gedenkstaette-viersen.de/datenbank/)
Geni.com (https://www.geni.com/people/Leopold-Baum/6000000077198324754)
Leopold Baum hatte fünf Geschwister. Sein Vater Moses starb, als er 17 Jahre alt war, seine Mutter im Jahre 1882, als er 22 Jahre alt war. Als ältestes Kind trug Leopold Baum[JS1] , der als Viehhändler arbeitete, nun die Verantwortung für die jüngeren Geschwister. Leopolds Schwestern Elisa und Netta blieben unverheiratet. Sie wohnten später bei ihrem Bruder Isidor Baum in Süchteln am Lindenplatz 8 und arbeiteten als Hausangestellte. Im Juli 1942 wurden Isidor und Netta Baum nach Theresienstadt deportiert, später nach Treblinka verschleppt und dort ermordet. Zusammen mit seiner Ehefrau Jenni Kaufmann bekam Leopold vier Kinder: Sophie, Kurt, Alex und Ernst. Leopold Baum war, nachdem er seinen Beruf als Viehhändler aufgegeben hatte, Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Süchteln. Als Leopold Baum 67 Jahre alt war, nahm er am 1.5.1927 als Zuschauer an der Eröffnung der Waldkampfbahn in den Süchtelner Höhen teil. Dort entstand ein Foto von ihm. Es ist das einzige Foto, was von der Familie existiert und eines der wenigen überlieferten Fotos, das einen ermordeten Juden aus Viersen zeigt. Die Familie lebte auf der Krefelder Str. 46 in Süchteln. Sie besaß mehrere Grundstücke in Süchteln, welche allerdings alle von den Nazis „arisiert“ und enteignet wurden. Leopolds Tochter Sophie heiratete den Viehhändler Isaak Sanders. Das Paar zog mit ihrem Sohn Erich nach Süchteln in das Haus von Leopold und Jenni Baum, die leider schon im Februar 1938, im Alter von 59 Jahren, verstarb. Leopolds Söhne blieben nicht in Süchteln: Kurt emigrierte mit seiner Frau Senta zu Kriegsbeginn in die Niederlande, dann nach Belgien. 1940 kamen sie in das Internierungslager nach Saint Cyprien, später in das Sammellager Drancy bei Paris. Von dort wurden sie am 27.10.1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Der zweite Sohn Alex Baum war mit seiner Frau bereits 1937 nach Badem Württemberg verzogen und verstarb noch vor Kriegsbeginn. Der dritte Sohn, Ernst Baum, heiratete Ruth Moses und wurde 22.Januar 1944 in Enschede in den Niederlanden ermordet. Sophie Sanders und ihre Familie wurden am 27. Oktober 1939 gezwungen, in eine Zwangsunterkunft nach Düsseldorf zu ziehen (Geibelstraße 39). Am 27.10.1941 wurden sie in das Ghetto „Litzmannstadt“ deportiert, wo Isaak und Sophie Sanders kurze Zeit später ermordet wurden. Ihr Sohn Erich, Leopolds Enkel, wurde im Vernichtungslager Kulmhof ermordet. Auch Leopold musste Süchteln am 27.10.1939 verlassen: er kam ebenfalls nach Düsseldorf, in das Jüdische Altersheim in der Grafenberger Allee. Von dort wurde er am 25.7.1942 über den Düsseldorfer Schlachthof deportiert. Er starb am 7.11.1942 im Ghetto Theresienstadt, im Alter von 82 Jahren.
Der Stammbaum wird aktuell überarbeitet und ist bald wieder verfügbar. Vielen Dank für Ihre Geduld.