Josef Krüppel aus Grevenbroich

26.11.1898 Grevenbroich – 1962 Grevenbroich

Steuerinspektor

Josef Krüppel wurde nach seinem Einsatz im Ersten Weltkrieg Steuerinspektor beim Finanzamt Grevenbroich. 1939 forderte die Oberfinanzdirektion Düsseldorf alle „Berufskameraden“ zum Eintritt in die Partei auf und er trat der NSDAP bei. Juden, Kommunisten und Sozialdemokraten wurden entlassen. Ab 1941 war Josef Krüppel zusammen mit anderen Kollegen zuständig für die Registrierung, Verwaltung und anschließende Verwertung des Besitzes der jüdischen Familien, die aus Grevenbroich und den umliegenden Dörfern über den Schlachthof Düsseldorf deportiert wurden. Gemeinsam mit Gerichtsvollziehern führte er öffentliche Versteigerungen des Hausrats der Familien durch und verbuchte die Einnahmen für die Finanzkasse. Auch nach Kriegsende verwaltete er im Auftrag der Oberfinanzdirektion Düsseldorf noch immer die Häuser der jüdischen Familien, die vom Staat übernommen und vermietet worden waren. Die Mieteinnahmen flossen weiter in die Staatskasse, während Überlebende wie Marianne Stern-Winter oder Kurt Rübsteck jahrelang um die Rückgabe des Familienerbes und um „Entschädigung“ kämpfen mussten. Bis zu seiner Frühpensionierung 1955 war Josef Krüppel auch zuständig für die „Entschädigung“ der wenigen Überlebenden.


Literatur und Quellen:

Mariannes Heimkehr, Filmdokumentation von Gert Monheim und Stefan Röttger, WDR 2003
Dreßen, Wolfgang: Betrifft Aktion 3. Deutsche verwerten ihre jüdischen Nachbarn, Berlin, 1999

Autorin: Adelheid Schmitz

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