Jeanette Cohen aus Düsseldorf

15.11.1899 Düsseldorf – 12.09.1942 Chełmno

Jeanette Cohen lebte mit ihren Geschwistern in der Schönaustraße 1 in Düsseldorf-Gerresheim. Ihr Vater hatte jahrelang eine Metzgerei geführt, die die Kinder nach seinem Tod übernahmen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten mussten sie das Geschäft aufgeben. Jeanette arbeitete als Verkäuferin, bis nach dem Novemberpogrom 1938 auch dies nicht mehr möglich war. Am 26.10.1941 musste sie sich zusammen mit vier Geschwistern – Regina, Rosa, Hugo und Karl – am Düsseldorfer Schlachthof einfinden. Tags darauf wurden sie in das Ghetto Łódź im besetzten Polen deportiert. Sie mussten Zwangsarbeit leisten und waren in einer „Kollektivunterkunft“ untergebracht. Im Rahmen einer vorgeblichen „Umsiedlungsaktion“ wurde Jeanette im September 1942 in das Vernichtungslager Chełmno deportiert und ermordet. Fünf ihrer Geschwister erlebten das Kriegsende nicht: Hugo verhungerte im Dezember 1942 im Ghetto Łódź, Karl, Rosa und Regina wurden in Auschwitz bzw. im KZ Stutthoff ermordet, ihr ältester Bruder Karl im Ghetto Minsk. Einzig ihr Bruder Josef, der durch seine nichtjüdische Ehefrau lange geschützt war („Mischehe“), überlebte den Holocaust.


Literatur und Quellen:

Jakobs, Hildegard u.a.: Im Getto von Litzmannstadt (Łódź). 1.003 Biographien der am 27. Oktober 1941 aus Düsseldorf Deportierten (CD-Rom), Essen 2011
Landesarchiv NRW R, Ger. Rep. 372/88 (Verfahren gegen den früheren Gestapobeamten Pütz)

Autor: Joachim Schröder

Stammbaum