Hilde Neyses (geb. Möllenhoff) aus Düsseldorf

22.04.1909 Wesel – 23.05.1948 Düsseldorf

Hilde Möllenhoff heiratete 1936 den Musikwissenschaftler Joseph Neyses, der Dozent am Düsseldorfer Konservatorium war. Das Paar bekam zwei Kinder. Zum Freundeskreis der Familie gehörte Erna Etscheit, die durch ihren nichtjüdischen Ehemann zunächst vor den Deportationen geschützt war. Als ihr Mann 1944 starb, war sie dem Zugriff der Gestapo ausgeliefert. Im September 1944 sollte Erna Etscheit sich am Schlachthof einfinden, um deportiert zu werden. Die Eheleute Neyses versteckten sie daraufhin in ihrer Wohnung am Kaiser-Friedrich-Ring 65 in Düsseldorf-Oberkassel – damit begaben sie sich in große Gefahr, denn wer Juden half, dem drohte schwerste Bestrafung. Als ihr Mann in den letzten Kriegsmonaten zum Militärdienst eingezogen wurde, floh Hilde Neyses mit ihren Kindern vor den andauernden Bombenangriffen aufs Land. Erna Etscheit blieb in der Wohnung in Oberkassel und wurde bis zum Einmarsch der Alliierten von einer Nachbarin versorgt. Hilde Neyses wurde kurze Zeit nach dem Krieg sehr krank und starb bereits 1948. Sie und ihr Mann wurden 1981 von der Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet. In Düsseldorf-Derendorf ist ein Platz nach ihnen benannt.


Literatur und Quellen:

Gedenkstätte Yad Vashem (Hg.): Lexikon der Gerechten unter den Völkern: Deutsche und Österreicher, Göttingen 2005, S. 208 f. (Akte 2039)
Biographie in: Datenbank in Gedenkstätte „Stille Helden“ (Berlin)

Autor: Joachim Schröder

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