Herbert Weygandt aus Düsseldorf

21.07.1906 Wiesbaden – 1969 Almeria

Regierungsrat, stellvertretender Leiter der Gestapo in Łódź und in Düsseldorf

Weygandt war, wie viele leitende Gestapobeamte, gelernter Jurist. In die NSDAP war der überzeugte Nationalsozialist bereits am 1.5.1933 eingetreten, in die SS am 31.7.1937 (letzter Dienstrang SS-Sturmbannführer). Nach einer Tätigkeit im Justizdienst wurde Weygandt im Juli 1938 hauptamtlicher Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der SS in Frankfurt/Main, zuständig für „Kirchen und Judenfragen“. Anfang 1940 kam er zum „Kommandeur der Sicherheitspolizei“ in Warschau, von dort im Oktober 1941 als stellvertretender Leiter zur Gestapo „Litzmannstadt“. Im September 1942 wurde Weygandt in gleicher Funktion zur Gestapo Düsseldorf versetzt, ein Jahr darauf erfolgte eine weitere Versetzung zur Gestapo Dresden, im Oktober 1944 zur SS-Propagandakompanie „Kurt Eggers“. Nach dem Krieg tauchte er unter dem falschem Namen „Heinrich Walter“ unter. Er war als Kaufmann tätig, wurde 1965 in Wuppertal verhaftet. Er wurde beschuldigt, an der Verschickung und Ermordung von mehr als 50.000 Juden aus dem Ghetto Łódź in das Vernichtungslager Chełmno beteiligt gewesen zu sein. Gegen eine Kaution von 8.000 DM wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen, er tauchte erneut unter, floh nach Spanien und konnte so einer Bestrafung entgehen.


Literatur und Quellen:

Krakowski, Shmuel: Todeslager Chełmno/Kulmhof. Der Beginn der Endlösung, Göttingen 2007
Bundesarchiv, BDC, SSO-Akte / RuS-Akte
Yad Vashem, O.53/49 (Ludwigsburg, USSR Collection), Bl. 135

Autor: Joachim Schröder

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