Helene Leyser aus Moers

08.11.1887 Moers – Riga

Die Familie Leyser lebte seit Beginn des 18. Jahrhunderts in Moers. Sie gehörte zu den ältesten jüdischen Familien in der Stadt. Der Familie gehörte das Haus in der Steinstraße 19, in der sie eine koschere Metzgerei betrieb. Helene Leyser wuchs mit ihren sieben Geschwistern in diesem Haus auf. Gemeinsam mit ihrer Schwester Julie betrieb sie eine kleine Parfümerie in dem Haus neben der Metzgerei der Eltern. Nach dem Tod der Mutter führte Helene den Haushalt für ihren Vater und ihre Geschwister. Ihr Bruder Siegmund ergriff aus Tradition den Metzgerberuf und übernahm später die Metzgerei des Vaters. Siegmund und seine Frau Jenny hatten zwei Söhne, Hermann und Ernst. Helene und Louis Leyser blieben unverheiratet. Helene Leysers Neffen Ernst und Hermann verließen Deutschland 1933 und 1937. An sie richtete Helene Leyser auch ihre letzte Postkarte am 10.12.1941 vor der Verschleppung nach Riga: „Meine Lieben! Euch beiden herzliches Lebewohl. Bleibt gesund und alles Gute für die Zukunft. In inniger Liebe grüßt und küßt Euch Eure Tante Lene“. Helene Leyser wurde 11. Dezember 1941 nach Riga deportiert und ist dort „verschollen“.


Literatur und Quellen:

Brigitte Wirsbitzki: Geschichte der Moerser Juden nach 1933, Moers 1992 (Zitat: S. 107)
Website Stolpersteine (http://www.gcjz-moers.de/download/FlyerStolpersteine2014.pdf)

Autorin: Hannelore Steinert

Stammbaum