Heinz Lammerding aus Düsseldorf

27.08.1905 Dortmund – 13.01.1971 Bad Tölz

SS-Mörder von Oradour, Bauunternehmer in Düsseldorf

Lammerding, von Beruf Ingenieur, war ein überzeugter Nationalsozialist. Nach der Machtübernahme 1933 wurde er Leiter der Pionier-Schule der SA, 1935 trat er in die SS über. Nach Kriegsausbruch wurde er Generalstabsoffizier der SS-Division „Totenkopf“, 1941 Stabschef des berüchtigten Chefs der „Bandenkampfverbände“, SS-Obergruppenführer Erich von dem Bach-Zalewski. 1943 erhielt Lammerding selbst das Kommando über eine SS-Panzerdivision, die im Rahmen der „Partisanenbekämpfung“ zahlreiche Kriegsverbrechen verübte, zunächst in der Sowjetunion, dann in Frankreich. Seine SS-Truppen ermordeten im Juni 1944 Hunderte Zivilisten in Tulles und Oradour. In Frankreich wurde Lammerding deswegen am 1951 in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Das Grundgesetz verbot aber eine Auslieferung. Zugleich unterließ es die Justiz, gegen ihn zu ermitteln, denn ein Vertrag zwischen Deutschland und den Alliierten untersagte, einen bereits Verurteilten wegen derselben Taten ein weiteres Mal anzuklagen. Lammerding konnte so unbehelligt als erfolgreicher Bauunternehmer in Düsseldorf leben. Seinen Lebensabend verbrachte der an Krebs erkrankte Kriegsverbrecher in Bayern.


Literatur und Quellen:

Klee, Ernst: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, Frankfurt a. M. 2005
Telefon aus Tulle, in: Der Spiegel, Nr. 48/1968 (25.11.1968), S. 67

Autor: Joachim Schröder

Stammbaum