Heinrich Hoffmann aus Düsseldorf

12.12.1892 Düsseldorf – 11.01.1972 Alfeld (Leine)

Stadtoberinspektor, Bürovorsteher des Schlachthofs

Hoffmann trat 1916 in den Dienst der Düsseldorfer Stadtverwaltung und wurde dann zum Militärdienst eingezogen, zuletzt kämpfte er 1919 im „Freikorps Maercker“. 1931 kam er zur Schlachthofverwaltung. 1933 wurde er sofort ein eifriger Parteigänger und Propagandist des Nationalsozialismus, der auch entsprechend auf die Belegschaft einwirkte. Während des Krieges verhandelte er als „Bürovorsteher“ mit der Gestapo über die geplanten Deportationen und sorgte am Schlachthof für ihren reibungslosen Ablauf. Nach dem Krieg wurde der in der Belegschaft unbeliebte Hoffmann am 22.4.1948 als „Minderbelasteter“ (Gruppe III) aus dem Dienst entlassen, in der Berufung am 5.8.1949 aber als „Mitläufer“ (IV) eingestuft. Seine angestrebte Weiterbeschäftigung verhinderte jedoch die Entnazifizierungskommission des Schlachthofs erfolgreich: Dies würde von den Mitarbeitern des Schlachthofs als „Verbrechen an der Menschheit“ bezeichnet. Er arbeitete fortan im Statistischen Amt und im Einwohnermeldeamt.


Quellen:

Stadtarchiv Düsseldorf, 0-1-5-71556 (Personalakte)
Landesarchiv NRW R, NW 1002-AD-44897 (Entnazifizierungsakte Heinrich Hoffmann)
Landesarchiv NRW R, 1002-AD 73613 (Entnazifizierungsakte Hermann Lutter)

Autor: Joachim Schröder

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