Dr. Hedwig Jung-Danielewicz (geb. Danielewicz) aus Düsseldorf

15.12.1880 Berlin – 1942 Minsk

Hedwig Danielewicz wuchs in einer bürgerlichen Familie in Berlin auf und hatte vier Geschwister. Als eine der ersten Frauen im Deutschen Kaiserreich konnte sie ein Medizinstudium aufnehmen, das sie 1908 mit einer Promotion an der Universität Bonn abschloss. Ständig hatte sie mit Vorurteilen der Professoren und Kommilitonen zu kämpfen. Antisemitische Anfeindungen kannte sie schon seit Kindertagen. 1911 nahm sie ein Darlehen auf, zog nach Düsseldorf und eröffnete in der Schadowstraße als erste Frau überhaupt eine eigene Praxis als Kinder- und Frauenärztin. Privat fand Hedwig ihr Glück, als sie den Maler Carl Jung-Dörfler kennenlernte und heiratete, der schon 1927 früh verstarb. Obwohl zum katholischen Glauben konvertiert, hatte sie nach 1933 mit den Boykotts der Nazis zu kämpfen, bis ihr 1938 die Approbation entzogen wurde und sie ihre Praxis schließen musste. Finanziell geriet sie in immer ärgere Bedrängnis, trotzdem half sie weiterhin aufopferungsvoll Kranken und Armen. Am 10.11.1941 wurde sie in das Ghetto Minsk deportiert. Dort half sie als Krankenbetreuerin den Menschen, wo sie konnte. Unter anderem gelang es ihr, mit Hilfe eines Wehrmachtsangehörigen Lebensmittel und Medikamente ins Ghetto zu schmuggeln. Sie überlebte das Ghetto nicht. An ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Uhlandstraße 23 erinnert ein Stolperstein an Hedwig Jung-Danielewicz.


Literatur und Quellen:

Unschuld, Paul: Die Ärztin und der Maler. Carl Jung-Dörfler und Hedwig Danielewicz. Real-historisches Drama in drei Akten, Düsseldorf 1994

Autor: Joachim Schröder

Stammbaum

Stammbaum

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