18.04.1885
Jüchen
–
17.08.1948
Düsseldorf
Gustav Cohnen wurde am 18.4.1885 in Bedburdyck bei Jüchen geboren. Verheiratet war er seit dem 9.4.1941 mit der nichtjüdischen Emmy Cohnen, geb. Colin. Zehn Jahre arbeitete er als Angestellter bei der Synagogengemeinde in Düsseldorf. Hier war er unter anderem als Verwalter des jüdischen Altersheims in der Grafenberger Allee 78 tätig. Zusammen mit seiner Frau wohnte er zunächst in der Bilker Straße 25, dem Haus der Jüdischen Gemeindeverwaltung, das Anfang der 1940er Jahre zugleich als Zwangsunterkunft diente, ab August 1944 in der Teutonenstraße 9 in Düsseldorf-Oberkassel, das bereits 1939 in ein sogenanntes „Judenhaus“ umgewandelt worden war. Bis dahin war Gustav Cohnen, weil er mit einer Nichtjüdin verheiratet war, von den Deportationen verschont gewesen, doch am 18.9.1944 wurde er, wie rund 250 weitere in „Mischehe“ lebenden Jüdinnen und Juden des Regierungsbezirkes, vom Düsseldorfer Schlachthof aus in das Lager der „Organisation Todt" in Lenne zur Zwangsarbeit deportiert. Am 25.2.1945 kam er von dort in das Ghetto Theresienstadt. Er überlebte den Holocaust und verbrachte einige Monate im DP-Camp (DP = Displaced Persons) in Bergen Belsen, danach kehrte er nach Düsseldorf zurück, wo seine Frau nach wie vor in der Teutonenstraße 9 lebte. Er arbeitete bei der Stadtverwaltung als Oberverkehrsmeister und kam tragischerweise am 17.8.1948 im Alter von 63 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben.
Literatur und Quellen
Auskunft Immo Schatzschneider (2020). Mahn- und Gedenkstätte Landeshauptstadt Düsseldorf.
Stadtarchiv Düsseldorf, Standesamt (Sterbeurkunde)
Datenbank Yad Vashem, Gustav Cohnen: https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=4829094&ind=1 (Letzter Zugriff: 12.01.2023).
Text: Gruppe Teutonenstraße (WS 2020/21) / Friederike Aschhoff
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