Günther Cahn aus Düsseldorf

17.08.1925 Düsseldorf – 03.08.2012 Kanada

Günther Cahn war der zweite Sohn von Hermann und Johanna Cahn (geb. Herz). Sie wohnten in der Bilker Allee 136, dann in der Martinstraße 73 in Düsseldorf-Bilk. Nach der Pogromnacht am 9./10. November 1938 beschlossen seine Eltern, ihn und seinen Bruder Helmut in Sicherheit zu bringen und per Kindertransport nach Großbritannien zu schicken, wo er am 27. März 1939 ankam. Während des Krieges wurde er als „feindlicher Ausländer“ nach Kanada abgeschoben. Seine Eltern wurden beide am 10. November 1941 über den Düsseldorfer Schlachthof in das Ghetto Minsk deportiert und dort ermordet. Günther Cahn meldete sich freiwillig zur kanadischen Armee; als Soldat sah er im April 1945 das soeben befreite KZ Bergen Belsen. In Düsseldorf suchte er nach überlebenden Verwandten und traf seinen Cousin Herbert Herz wieder, der mit seiner Familie u.a. das Ghetto in Minsk mit viel Glück überlebt hatte und ihm über das Schicksal seiner Eltern und Verwandten berichten konnte, die ebenfalls nach Minsk deportiert worden waren und den Holocaust nicht überlebt hatten. Günther Kahn kehrte wieder nach Kanada zurück, wo er mit seiner aus Krefeld stammenden Frau Renate noch lange lebte.


Literatur und Quellen:

Memoirs of Gunther Cahn (Privatbesitz Carole Borgh)
Stadtmuseum Düsseldorf: Zeichnungen von Kindern und Künstlern: Gruppen, in: Der Blog – Stadtmuseum LH Düsseldorf (http://stadtmuseumduesseldorf.blogspot.de/2012/02/zeichnungen-von-kindern-und-kunstlern_22.html)

Autor: Joachim Schröder

Stammbaum