Guido Horst Huhn aus Düsseldorf

05.04.1910 Oberhausen

Huhn hatte Jura studiert und als Angestellter gearbeitet, bevor er 1939 Angehöriger der Berliner Kriminalpolizei wurde. Er besuchte die Führerschule der Sicherheitspolizei und des SD in Berlin-Charlottenburg und trat in die SS ein. Im Mai 1941 wurde Huhn zum Einsatzkommando 5 abkommandiert, mit dem er am Überfall auf die Sowjetunion teilnahm. Hier befehligte er mehrere Massaker an der lokalen jüdischen Bevölkerung. Anschließend wurde Huhn Kommandant des „Vorkommandos Auschwitz“, das sowjetische Gefangene für Sabotage-Kommandos rekrutierte. Nach Kriegsende gelang Huhn die Flucht aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Unter dem Namen „Dr. Guido Salisi“ fand er Anstellung im Düsseldorfer Wohnungsamt. Seine Tarnung flog 1947 auf und er wurde von den britischen Militärbehörden inhaftiert, denen aber seine Beteiligung an Kriegsverbrechen offensichtlich verborgen blieb. Huhn konnte wieder ein bürgerliches Leben beginnen und stieg bis zum Leiter der Rechtsabteilung einer Düsseldorfer Firma auf. 1960 wurde Huhn erstmals wegen des Verdachts der Beteiligung an Kriegsverbrechen verhaftet. Das Verfahren zog sich über mehrere Jahre hin – im August 1966 verurteilte ihn ein Düsseldorfer Schwurgericht wegen der Beteiligung an mindestens drei Mordaktionen im Einsatzkommando 5 (mindestens 140 Opfer) zu sechs Jahren Zuchthaus.


Literatur und Quellen:

Stadtarchiv Düsseldorf, 0-1-5-54797 (Personalakte)
Ein Toter gleich zehn Minuten Gefängnis. Die Rolle der Justiz bei der Aufarbeitung von NS-Verbrechen, in: Der Spiegel, Nr. 28 (09.07.1979)
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40350042.html
Justiz & NS-Verbrechen, Bd. XXIV, Nr. 636a; Bd. XXX, Nr. 693

Autor: Joachim Schröder

Stammbaum