Friedrich Jeckeln aus Düsseldorf

02.02.1895 Duisburg – 03.02.1946 Riga

Jeckeln stammte aus wohlhabenden Verhältnissen und trat 1913 seinen Militärdienst an, aus dem er erst 1919 wieder entlassen wurde. Er arbeitete als Gutsverwalter in der Nähe von Danzig, 1926 wurde er arbeitslos. Politisch war er im Jungdeutschen Orden und in der DNVP aktiv, ehe er sich 1929 der NSDAP anschloss. Im Januar 1930 wurde er in die SS aufgenommen und machte dort rasch Karriere – seit 1932 saß er auch als Abgeordneter im Reichstag. 1933 war er bereits SS-Gruppenführer und Polizeichef in Braunschweig. Jeckeln galt als rücksichtslos und brutal, als Führer des SS-Oberabschnitts Nordwest organisierte er maßgeblich die Novemberpogrome in Braunschweig und Hannover. Nach einem Intermezzo als Höherer SS- und Polizeiführer (HSSPF) „West“ avancierte Jeckeln nach dem Überfall auf die Sowjetunion zum HSSPF „Russland-Süd“. Die SS- und Polizeieinheiten, die nun die Massenmorde an der jüdischen Bevölkerung verübten, unter anderen in Babi Yar bei Kiew, standen unter seinem Befehl. Im Oktober wurde Jeckeln HSSPF „Russland-Nord und Ostland“ mit Sitz in Riga. Hier ließ er im Dezember 1941, vor der Ankunft der reichsdeutschen Juden im Ghetto Riga, über 27.000 lettische Juden exekutieren. Im April 1945 geriet er in sowjetische Gefangenschaft. Ein Militärgericht verurteilte ihn zum Tode, er wurde im Beisein von Tausenden Zuschauern auf dem Gebiet des ehemaligen Ghettos in Riga gehängt.


Literatur und Quellen:

Kiekenap, Bernhard: Hitlers und Himmlers Henker. Der SS-General aus Braunschweig. Biografische Notizen über Friedrich Jeckeln (1895-1946), Braunschweig 2013
Klee, Ernst: Personenlexikon zum Drittes Reich. Wer war was vor und nach 1945? Frankfurt/M. 2005
SS-Obergruppenführer Friedrich Jeckeln, verantwortlich für die Ermordung der Juden in Litauen, Lettland und Estland 1941-1944. Dokumentensammlung, zusammengestellt von T. Friedman (Inst. of Dokumentation in Israel for the Investigation of Nazi War Crimes), Haifa 1997

Autor: Joachim Schröder

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