19.09.1885
Mönchengladbach
–
16.06.1942
Sobibór
Ferdinand Voss war der Sohn des Metzgermeisters Hermann Voss und seiner Frau Amalia (geb. Davids) aus Mönchengladbach. Er hatte drei Brüder: Moses (Max), David und Robert. Wie seine Brüder lernte auch Ferdinand den Beruf des Metzgers, arbeitete aber später als Viehhändler. Sein Bruder David fiel als Soldat im Ersten Weltkrieg. Ferdinand heiratete am 6.11.1913 die ebenfalls aus Mönchengladbach stammende Elfriede (Frieda) Menken und bekam mit ihr vier Kinder: Lia, Alfred, Richard und Hilde. Alle vier Kinder konnten rechtzeitig Nazi-Deutschland verlassen und so ihr Leben retten. Die Familie wohnte in der Humboldtstraße 28, das im Familienbesitz war. Seinen Beruf als Viehhändler durfte Ferdinand nach dem Novemberpogrom 1938 nicht mehr ausüben. Das Haus in der Humboldtstraße 28 diente ab 1939 bis Februar 1942 als Zwangsunterkunft („Judenhaus“). Als ihr Haus „arisiert“ wurde, zogen sie am 24.2.1942 in das „Judenhaus“ in der Hindenburgstraße 360. Am 14.6.1942 mussten sich Ferdinand und Frieda in Düsseldorf in der Bilker Str. 25 einfinden, am nächsten Morgen bestiegen sie am Düsseldorfer Hauptbahnhof den Transport Da 22 mit offiziellem Ziel „Izbica“. Tatsächlich endete er in Sobibór, wo Ferdinand und Elfriede sofort ermordet wurden.
Literatur und Quellen:
Erckens, Günther, Juden in Mönchengladbach. Jüdisches Leben in den früheren Gemeinden M.Gladbach, Rheydt, Odenkirchen, Giesenkirchen-Schelsen, Rheindahlen, Wickrath und Wanlo, Bd. 1, Mönchengladbach 1988
Landesarchiv NRW, BR 1357/93 (Vermögenseinziehung Ferdinand Voss)
Landesarchiv NRW, RW 58/37965 (Gestapo-Personenakte Alfred Voss)
Landesarchiv NRW, RW 58/37966 (Gestapo-Personenakte Ferdinand Voss)
Text: Joachim Schröder
Der Stammbaum wird aktuell überarbeitet und ist bald wieder verfügbar. Vielen Dank für Ihre Geduld.